1.7. : Kuldiga - Pavirosta - Liepaja (ca.62km)
Um 9 Uhr habe ich bereits die ersten Kilometer hinter mich gebracht. Von wenigen Ausnahmen (die es in sich haben), ist die Strecke in Ordnung. In Liepaja weit und breit kein Campingplatz zu finden. An dem von mir angepeilten Hostel in der ehemaligen "Sowjetstadt Karosta" fahre ich mal wieder vorbei. Toll. In einer der großen Häuserruinen zu pennen hätte sicherlich auch Charme.
Irgendwelche Trümmer die mir beim schlafen auf den Kopf fallen allerdings weniger.

Dieser Stadtteil hat Charme. Ein Teil der Häuser ist bewohnt, ein Großteil am verfallen. Ursprünglich eine eigenständige "Stadt" mit eigenem Kraftwerk, eigenen Supermarkt und Krankenhaus.
Das "Bed & Breakfast" Hostel in Liepaja entecke ich eher zufällig. Für 10 Lats bekomme ich ein großes Zimmer inkl. TV. Ich bin der einzige Bewohner. Ich darf die Küche benutzen. Nach dem einkaufen ist dann auch erst einmal Omelett zubereiten angesagt.
Freundschaft schliesse ich mit der Esspressomaschine. Der Computer mit Internetzugang schenkt mir 5 Minuten Zugang ins www ehe er sich mit einem Blue Screen verabschiedet.
Mit niveauvollen TV Shows" Made in Germany" schlief ich ein.

2.7. : Liepaja - Likuma Ciems (ca. 43km)
Auch diese Etappe kennzeichnet das Auslaufen des Urlaubs anhand der Kilometer. Im Grenzbereich zu Litauen bin ich einem kleinen Schild gefolgt, welches mich durch einen Wald und über Felder, verfolgt von Bremsen und anderen großen Brummern zu einer kleinen Lichtung brachte, auf der sich ein Haus mit mehreren kleinen Mietbungalows befand. Ich baute mein Zelt auf dem Rasen auf, und verkroch mich auch recht zügig in dieses aufgrund des "Fliegzeugs".
3.7.: Likuma Ciems - Giruliai (Klaipeda) (ca.30km)
Schaulaufwen bzw. Schauradeln! 30 Kilometer sind entspannt. Dementsprechend locker radel ich über die Grenze zu Litauen und stosse kurze Zeit später auf den 200 Kilometer langen Küstenradweg.

Ich radel durch ein paar Küstenorte. Erstaunlich viele Campingplätze mit unterschiedlichen Standarts entdecke ich. Jede/r der eine Wiese besitzt, scheint auf Campingplatz zu machen.
Ich steuer einen recht teuren Campingplatz an, der einen recht hohen Standard fährt. Ich finde ein schattiges Plätzchen im Wald. Ich checke mich für 2 Tage ein. Um 17 Uhr schaue ich mit mehreren das WM Spiel Deutschlang gegen Argentinien. Arme Argentinier. Nicht mal das letzte Hemd wurde ihnen gelassen.
Und Maradonna hat richtig den A.....versohlt bekommen!. Herrlich!
Weniger herrlich ist das zu ende gehen meiner Barschaft. Ich komme gerade noch so aus.


4.7.: Giruliai (Klaipeda)
Der Tag beginnt mit Frühstück und nichts tun. Zumindest bis 15 Uhr. Ich schmeisse mich aufs Rad und checke einen Teil der morgigen Strecke ab. Und sieh da: Ich finde einen Teil vom Küstenradweg den ich auf dem Hinweg übersehen habe. Vielleicht komme ich morgen so stressfrei zur Fähre? Denn auf einer mehrspurigen Strasse den Autofahrern auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein, macht keinen Spass.
Am späten Nachmittag bin ich baden gewesen. Am Abend gab es dann "Pelminis".
Morgen geht es dann auf die Fähre, übermorgen bin ich dann wieder daheim. Mir hat es hier sehr gut gefallen. Die Menschen sind mir ähnlich entspannt gegenüber getreten wie in Tschechien. Sehr motivierend waren oftmals die Autofahrer die an mir vorbei fuhren und hupten oder mir etwas zuriefen.
Das Land erinnerte mich oft an Schweden, bis auf die fehlenden Seen, zumindest in größerer Anzahl.
Das ich es nicht nach Estland geschafft habe, ärgert mich etwas. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.








